Katzenmythen entlarvt: Die 10 größten Irrtümer über Katzenverhalten
- Der Glückskater

- 28. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Sind Katzen Einzelgänger? Brauchen sie unbedingt einen Artgenossen? Und regeln sie Konflikte über Dominanz und Rangordnung? Rund um Katzenverhalten und das Leben im Mehrkatzenhaushalt halten sich viele Mythen – mit teils gravierenden Folgen für das Wohlbefinden unserer Samtpfoten.
Aktuelle wissenschaftliche Leitlinien zeigen: Viele dieser Annahmen sind schlicht falsch. Wer sie glaubt, riskiert Stress, Konflikte und gescheiterte Katzenvergesellschaftungen.
Zeit, mit den häufigsten Katzenmythen aufzuräumen.
Mythos zu Katzenverhalten 1: Katzen sind Einzelgänger
Katzen sind keine strikten Einzeltiere, im Gegenteil, die meisten lieben Gesellschaft. Katzen gelten als sozial flexibel: Manche Katzen leben zufrieden allein, andere bauen enge Bindungen zu Artgenossen auf. Ob eine Katze Gesellschaft möchte, hängt von Persönlichkeit, Erfahrungen und Umgebung ab.
Mythos zu Katzenverhalten2: Katzen regeln alles über Dominanz und Rangordnung
Katzen denken nicht in starren Rangordnungen. Konflikte entstehen meist durch Ressourcenknappheit, Stress oder ungünstige Zusammenführungen, nicht durch Rangkämpfe.
👉 Wichtig: Katzen sollten Konflikte nicht „unter sich klären müssen“.
Mythos zu Katzenverhalten 3: Katzen kann man nicht erziehen
Doch – Katzen sind absolut lernfähig. Mit positivem, belohnungsbasiertem Training lassen sich gewünschte Verhaltensweisen fördern, ohne Angst oder Stress zu erzeugen.
Mythos zu Katzenverhalten 4: Katzen sind nicht wirklich domestiziert
Katzen sind seit Tausenden Jahren an das Leben mit Menschen angepasst – genetisch, körperlich und im Verhalten. Sie haben andere Bedürfnisse als Hunde, sind aber keineswegs „halb wild“ und können in freier Wildbahn ohne Hilfe des Menschen kaum überleben.
Mythos zu Katzenverhalten 5: Katzen brauchen keine sozialen Kontakte
Viele Katzen profitieren sehr von sozialer Interaktion – mit Menschen und mit anderen Katzen. Sie können stabile Bindungen aufbauen und Nähe aktiv suchen. Sie leiden schneller oft angenommen unter Einsamkeit.
Mythos zu Katzenverhalten 6: Alle Katzen müssen gleich behandelt werden
Gleichbehandlung ist nicht automatisch fair. Jede Katze hat individuelle Bedürfnisse, Vorlieben und Stressgrenzen. Gute Katzenhaltung bedeutet, genau darauf einzugehen.
Mythos zu Katzenverhalten 7: Wenn Katzen sich anfauchen, ist die Beziehung kaputt
Kurze Spannungen oder Abgrenzung gehören zur normalen Katzenkommunikation. Erst häufige, intensive oder einseitige Konflikte sind ein Warnsignal.
Mythos zu Katzenverhalten 8: Erwachsene Katzen lassen sich nicht mehr sozialisieren
Auch erwachsene Katzen können lernen – mit Geduld, Zeit und der richtigen Vorgehensweise. Sozialisation endet nicht im Kittenalter.
Mythos zu Katzenverhalten 9: Katzen handeln aus Trotz, Bosheit oder Protest
Katzen handeln nicht aus Rache. Unerwünschtes Verhalten ist fast immer ein Ausdruck von Stress, Angst, Frustration oder Schmerzen.
Mythos zu Katzenverhalten 10: Katzen brauchen unbedingt einen Artgenossen
Eine zweite Katze kann bereichern – oder massiven Stress verursachen. Nicht jede Katze profitiert von Gesellschaft. Unüberlegte Katzenzusammenführungen sind eine der häufigsten Ursachen für dauerhafte Konflikte.
Fazit: Weniger Mythen zu Katzenverhalten, mehr Katzenwohl
Viele Probleme im Mehrkatzenhaushalt entstehen nicht durch „schwierige Katzen“, sondern durch falsche Erwartungen. Wer Katzen individuell betrachtet und ihr Verhalten richtig einordnet, schafft die Basis für ein entspanntes Zusammenleben.
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Quelle:
Dieser Artikel basiert auf den „2024 AAFP Intercat Tension Guidelines“, veröffentlicht im Journal of Feline Medicine and Surgery. Die Leitlinien wurden von internationalen Expert:innen für Katzenmedizin und Katzenverhalten erstellt und fassen den aktuellen wissenschaftlichen Stand zum Thema Katzenverhalten, Mehrkatzenhaushalt und Stress aufgrund von Spannungen zwischen Katzen zusammen.




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